Der Baustoff der Mauer war Jaspis und die Stadt reines Gold, gleich reinem Glas. Die Grundsteine der Mauer der Stadt waren mit jeder Art Edelstein geschmückt. (Offb 21,18-19a)
Bei dieser sagenhaften Stadt handelt es sich um die „heilige Stadt, das neue Jerusalem, das von Gott aus dem Himmel herabkommt“ (Offb 21,2). Die Beschreibung der Kostbarkeit der Stadt wird ausführ- lich und ohne christliche Demut, die solchen Prunk i.d.R. für anstößig hält, erläutert. Die Stadt spie- gelt Gott wieder und sie lädt die Braut: die Gemeinde – und den Bräutigam: Jesus – zur großen, fina- len Hochzeit ein, in der alle Aspekte der alten Welt wie Mangel, Krankheit, Leid und Geschrei für im- mer vergessen werden, denn nun tritt die Vereinigung mit dem Himmel, mit der Herrlichkeit, mit Christus und Myriaden von Engeln völlig ein. Mensch und Gott werden so in Liebe verbunden, wie es immer gedacht war.
Beschreibungen wie die der Stadt Gottes zeigen uns etwas vom Wesen Gottes. Seine Stadt existiert auch jetzt – jenseits der Zeit. Sie ist für uns da, ja sie wird in Gal. 4,26 sogar unsere „Mutter“ ge- nannt! Was hat das zu bedeuten? Es bedeutet, dass diese „goldene Stadt“ uns alle in einer mütterli- chen Weise aufnehmen und versorgen will. Da sie vor Fülle nur so strotzt – selbst ihre Straßen sind aus Gold – will sie auch uns reich machen, weil wir als „Braut Christi“ doch genau so werden sollen wie sie und wie der, dem sie gehört. Wie sollten wir am Ende der Tage in diese Stadt einziehen mit einer auf Mangel und Kleinheit getrimmten Gesinnung? Werden wir gar vor dem reinen Gold und den Edelsteinen als „Teufelszeug“ zurückschrecken? Unsere Aufgabe als Gläubige besteht darin, uns mit dieser Stadt zu identifizieren: es ist unsere Stadt!
Über Jahrhunderte hin wurde die Gemeinde gebeugt und dazu erzogen, von Gott als „Züchtigung“, als Erziehung und Gehorsamsprobe Not und Elend zu erwarten. Viele haben das als „das Kreuz“ an- gesehen, welches wir geduldig tragen müssen. Reichtum wurde verpönt, denn er galt als Versuchung, die jene „armen Reichen“ ins Verderben stürzen würde. Und ja, das gibt es auch. Der Umgang mit Fülle und Überfluss will geübt sein! Das ist nichts für unreife Leute. Reich sein ist nämlich nicht einfa- cher als arm sein! Ein Verwalter der vielfältigen Gaben Gottes zu sein, verlangt Selbstlosigkeit und Treue. Bedenken wir bitte: Wird die Welt sich eher zu einem Gott bekehren, der uns unten hält und streng reglementiert oder aber zu einem Gott, der uns aufrichtet und bestens versorgt – wie den verlorenen Sohn, als der nach Hause zurückkehrte?
Der Autor Frank Krause schreibt für „Gottes Arche“ eine Serie von Beiträgen über das Thema Finan- zen. Es gibt sehr viele Bibelstellen zu diesem Thema, die von ARCHEologen beachtet werden wollen. Der Autor: www.autor-frank-krause.de